Vergiftungen

Vergiftungen kommen bei Haustieren in verschiedensten Formen vor. Bei Verdacht mögliche Verpackungen oder Inhaltsstoffe sowie Überreste von Erbrochenem bzw. Kot zum Tierarzt mitbringen.

Die häufigsten Formen und mögliche Vergiftungssymptome sind nachfolgend aufgeführt.

Rattengiftintoxikation

Intoxikation mit Rattengift (Cumarinvergiftung) gehört zu den häufigsten Vergiftungn überhaupt. Die Vergiftung erfolgt hauptsächlich über Rattengiftköder oder die Aufnahme vergifterer Ratten und Mäuse. Cumarinderivate wirken gerinnungshemmend durch eine Entleerung des Vitamin-K-Speichers nach 2-5 Tagen. Deshalb treten Vergiftungssymptome oftmals zeitverzögert auf. Das Vitamin-K wiederum ist für die Blutgerinnung essentiell und wird daher auch als Gegenmittel eingesetzt.

Die häufigsten Symptome sind Lethargie, Blässe, Atemnot und Blutungen.

Schokoladenvergiftung

Bei oraler Aufnahme von Schokolade kann das darin enthaltene Theobromin Vergiftungen hervorrufen. Pro Kilogramm Körpergewicht reichen ca 1 Tafel Vollmilch- oder 1/8 Tafel Zartbitterschokolade, um eine tödliche Vergiftung herbeizuführen. Die ersten klinischen Anzeichen erfolgen ca 2-4h nach der Aufnahme, die vollständige Ausscheidung aus dem Blut dauert 2 Tage. Nach akuter Vergiftung kann der Tod innerhalb von 6-24h eintreten. Typische Vergiftungssymptome sind Erregung, Hyperthermie, Schwäche, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, Hyperventilation und Inkontinenz.

Vergiftung mit Speisezwiebeln

Nach einer Aufnahme von mehr als 5 Gramm rohen Zwiebeln pro Kilogramm Körpergewicht sind Vergiftungserscheinungen möglich. Aufgrunf fehlender Enzymausstattung zum Abbau schwefelhaltiger Produkte, kommt es zur Zersetzung der roten Blutkörperchen mit nachfolgender Blutarmut. Gekochte Zwiebeln und auch Knoblauch besitzen eine vergleichbare Toxizität. Die Symptome beginnen meist mit Erbrechen und Durchfall. Nach 1-3 Tagen treten aufgrund der Blutarmut Schwäche, Blässe, Appetitlosigkeit, dunkelverfärbter Urin und erhöhte Atem- und Herzfrequenz auf.

Umgang mit Vergiftung

Nach tierärztlicher Rücksprache können zur Erstversorgung in Abhängigkeit vom Gift z.B. Aktivkohle, Milch, Paraffinöl oder Gerbsäurepräparate wie Tannalbin® gegeben werden, um Toxine zu binden oder abzuführen.

Bei äußerlichem Kontakt (z.Bsp. Pflanzengiften oder Mineralölen) ist sehr gründliches Reinigen von Haut und Haarkleid (Waschen, Scheren) unbedingt erforderlich.

In schweren Fällen sind intensive Infusionen und Magen- bzw. Darmspülungen notwendig.

Wichtige Giftinformationszentren

  • Giftinformationszentrale Nürnberg, Tel.: +49-911-39 8-2 45 1
  • Kassel: Giftinformationszentrum Tel. 0561/9188188
  • Mainz: Med. Universitätsklinik Notfall-Tel. 06131/19240, Tel. 06131/232466
  • Bonn: Informationszentrale für Vergiftungen Tel. 0228/2873211
  • Göttingen: Giftinformationszentrum Tel. 0551/19240 od. 383180
  • Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Notfallnummer

In dringenden Notfällen versuchen wir für Sie erreichbar zu sein:
Notfallhandy: 0171-7302553
Bitte rufen Sie vorher in unserer Praxis an, ob Sie dort nicht jemanden erreichen können!

Kontakt

Tierärztliche Gemeinschaftspraxis 
Dr.med.vet. Reinhard Schramm
Dr.med.vet. Wolfgang Eisele
Kastanienweg 19
D-91058 Erlangen
Tel.: 09131-65041/65042
Fax: 09131-63616